Vernetzung

„Alle Begleiter der Kinder im Aufwachsen, die Kinderleben berührenden Einrichtungen und die Verwaltung in Kommune und Land sollten sich als Bildungsnetzwerk verstehen.“ (Krappmann 2016: Kinderrechte, Demokratie und Schule – Ein Manifest, S. 50)

Keine Schule ist eine Insel. Kinderrechte verwirklichen ist eine gemeinsame Aufgabe von Staat und Zivilgesellschaft: Sie setzt eine pädagogische Ethik, persönliches Engagement, die Bereitschaft zu Dialog und Kooperation und die Mobilisierung von personellen und finanziellen Ressourcen voraus.

Kommunale Bildungslandschaften für Kinderrechte

Jede Schule kann Teil eines örtlichen Bildungsnetzwerks rund um die Kinderrechte werden – zusammen mit kommunalen Partnern. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Kinderfreundliche Kommune“ des Deutschen Kinderhilfswerks und UNICEF Deutschland. In der Modellkommune Hanau arbeiten zwei Kinderrechte-Schulen aus dem Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte Hessen im Rahmen der Entwicklung zur Kinderfreundlichen Kommune gemeinsam mit außerschulischen Partnern an einer Bildungslandschaft, die an den Kinderrechten ausgerichtet ist. U. a. wurde dort für die Grundschulen des Kreises ein Fachtag durchgeführt, um die Erfahrungen der Kinderrechte-Schulen an weitere Schulen aus Hanau und dem Landkreis weiterzugeben. Dazu gibt es eine enge Kooperation von Schulamt, Stadt, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Trägern.

Schulnetzwerke für Kinderrechte

Seit 2010 liegen gute Erfahrungen mit dem Austausch und der Unterstützung von Schulen in Schulnetzwerken für Kinderrechte vor. In Hessen arbeiten ca. 20 Grund- und weiterführende Schulen seit mehreren Jahren im Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte zusammen, um sich als Kinderrechte-Schule zu entwickeln: Sie bilden sich fort, tauschen sich untereinander aus und geben ihre Erfahrungen in Fortbildungen an andere Lehr- und Fachkräfte praxisnah weiter. Das Programm steht unter Schirmherrschaft des Hessischen Kultusministerium und wird von Makista mit verschiedenen Partnern durchgeführt. U.a. sind dabei vielfältige in der Praxis erprobte Materialien für Kinder, Lehrkräfte und Eltern entstanden, die mittlerweile weit über Hessen hinaus genutzt werden.

In Nordrhein-Westfalen wird in Kooperation des buddy e.V., dem Ministerium für Schule und Weiterbildung, UNICEF Deutschland und weiteren Förderern das Grundlagentraining Kinderrechte für Grundschulen durchgeführt. Nach der zweijährigen Ausbildungsphase sollen die Schulen ebenfalls in Netzwerken weiter zusammenarbeiten. Weitere Initiativen zur Bildung von Schulnetzwerken und Programmen gibt es in Niedersachsen und in Rheinland-Pfalz.

Länderübergreifende Netzwerke für Kinderrechte in der Schule und im Bildungsbereich

Seit 2010 arbeiten zivielgesellschaftliche und staatliche Organisationen, Programme und Initiativen länderübergreifend im „16eins-Netzwerk für Kinderrechte, Bildung und Demokratie“ zusammen. Dort werden Erfahrungen und Beispiele zur Umsetzung der Kinderrechte an Schulen sowie zum Aufbau von Schulnetzwerken ausgetauscht. Ende 2016 richtet die National Coalition (NC) ein thematisches Netzwerk „Kinderrechte in Bildungseinrichtungen“ ein, um die Verwirklichung der Kinderrechte im Bildungsbereich deutschlandweit aktiv zu fördern.