Schulentwicklung

„Eine Schule wird nicht ‚von oben‘ eine Schule, die Bildung auf den Kinderrechten gründet, sondern dann, wenn Lehrer, Eltern und Kinder damit anfangen, das Bekenntnis zu den Kinderrechten in Analysen der Aufgaben und der Arbeit der Schule umzusetzen und auf dieser Grundlage Vorhaben zu planen. Schulen sollten (dabei) keine Angst vor kleinen Schritten haben […]. Entscheidend ist, dass diese Vorhaben nicht als Zusatztätigkeiten am Rande des Schulgeschehens gesehen werden […], sondern zum Curriculum und Profil der Schule gehören.“ (Krappmann 2016: Kinderrechte, Demokratie und Schule – Ein Manifest, S. 53)

Schulentwicklung auf Grundlage der Kinderrechte ist ein ganzheitlicher Prozess: Er betrifft Unterricht, Projekte, die Förderung des individuellen Potenzials jedes Kindes und die Stärkung seines Leistungsvermögens, eine kinder- und menschengerechte Kultur des Miteinanders in pädagogischen und Peer-to-Peer-Beziehungen, eine förderliche Schulorganisation sowie die Öffnung von Schule für Eltern und pädagogische und zivilgesellschaftliche Partner in die kommunale Bildungslandschaft hinein. Prozessentwicklung braucht Zeit, Ordnung, Transparenz und Freiräume zur Erprobung. Es geht nicht darum, möglichst viele Projekte durchzuführen. Gelebte Kinderrechte und Demokratie erfordern klare Strukturen und die nötigen Ressourcen.

Wie starten?

Jede und jeder Einzelne kann zur Kinderrechtekultur an der Schule beitragen, auch wenn das ganze Kollegium noch nicht mitzieht: im eigenen Unterricht, in den pädagogischen Beziehungen, in Kinderrechtsprojekten mit außerschulischen Partnern, über die Teilnahme an Wettbewerben. Gute Beispiele stecken andere oft an und machen Mut. Zum Start empfiehlt es sich, mit dem gesamten Kollegium inkl. Schulleitung einen Pädagogischen Tag „Auf dem Weg zur Kinderrechte-Schule“ durchzuführen. Hier geht es darum, ausgehend von den gesetzlich verbindlichen Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention (Vorrang des Kindeswohls, Gleichheit/Nicht-Diskriminierung, Schutz, Förderung und Partizipation) die eigene Haltung und die alltägliche Praxis an der Schule anzuschauen und gemeinsam zu reflektieren, Stärken und Entwicklungsbedarf zu identifizieren sowie Ziele und nächste Schritte zu vereinbaren. So können Sie sicherstellen, dass alle an der Schule die Kinderrechte kennen und jedes Kind darauf vertrauen kann, dass die Kinderrechte von den Erwachsenen in ihrem pädagogischen Handeln berücksichtigt werden.

Neue Lernkultur

Kinderrechte brauchen eine neue partizipative Lernkultur und Möglichkeitsräume, in denen sie erprobt, evaluiert und gestaltet werden können. Auch hier ist die Förderung der Persönlichkeit des Kindes mit all seinen Potenzialen ein originäres Recht des Kindes und eines der Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention. In Verantwortungsprojekten und -strukturen (z. B. Klassenrat, Schülerparlament, Service Learning) lernen Kinder und Jugendliche Selbstwirksamkeit, Beteiligung, Verantwortung und zivilgesellschaftliches Engagement und wachsen durch demokratisches Handeln in eine demokratische Gesellschaft hinein.

Lesetipps:

  • Makista (Hg.) 2014: Schule als Haus der Kinderrechte (Download PDF)
  • Edelstein/ Krappmann/ Student (Hg.) 2014: Kinderrechte in die Schule. Gleichheit, Schutz, Förderung, Partizipation
  • Prengel/ Winkelhofer 2014: Kinderrechte in pädagogischen Beziehungen
  • Kaletsch/ Rech 2015: Heterogenität im Klassenzimmer
  • Grundschule aktuell, Heft 127, 2014: Kinderrechte lernen und leben
  • Makista (Hg.) 2016: Auf dem Weg zur Kinderrechteschule. Arbeitshilfe Pädagogischer Tag. Inhalte, Methodik, Schulkultur und Organisationsentwicklung (Download PDF)
    Hinweis: Sprechen Sie uns für die Durchführung eines Pädagogischen Tages gerne an. Wir vermitteln auch Kontakte zu TrainerInnen: info(a)kinderrechteschulen.de

Mehr Literaturempfehlungen finden Sie in der Infothek.

Programme, die die Schulentwicklung zu Kinderrechten unterstützen:

Weitere themennahe Netzwerke und Unterstützungsstrukturen finden Sie im Bund-Länder-Kompass.